Recycling von Pulverlack
Patent 18001/TUB

Die Erfindung beschreibt ein Verfahren zur Wiederverwertung von Pulverlackabfällen, bei dem durch Zumischung eines Tensids die haftungsvermittelnden funktionellen Gruppen der Pulverlacke chemisch inaktiviert werden. Dadurch lassen sich Pulverlackabfälle ohne Anbacken an Metalloberflächen thermisch weiterverarbeiten, z. B. durch Extrusion oder Spritzguss, und als hochwertiges Ausgangsmaterial in Recyclingprozessen oder anderen Anwendungen nutzen.

Vorteile
  1. Direkte Weiterverarbeitung, keine aufwändigen Vorbehandlungsschritte
  2. Universell einsetzbar
  3. Verbesserte Verarbeitbarkeit
  4. Materialaufwertung durch Verwendung aufbereiteter Pulverlackabfälle
Anwendungsmöglichkeiten

• Extrusion von recycelten Pulverlacken zur Herstellung von Kunststoffsträngen und Granulaten. • Spritzguss unter Verwendung der modifizierten Pulverlackabfälle als Füllstoff oder Basismaterial. • 3D-Druck-Verfahren mit erhöhter Druckauflösung. • Additive Fertigung verbesserter Pulverlack-basierter Strukturen durch Zugabe langkettiger Fettalkohole. • Kombination von Pulverlackabfällen mit Thermoplasten wie PP oder PE zur Herstellung kostengünstiger gefüllter Kompositwerkstoffe.

Hintergrund

Weltweit entstehen jährlich rund 500.000 t Pulverlackabfälle, die aufgrund ihrer Haftungseigenschaften und chemischen Reaktivität schwer recycelbar sind und kostenintensiv entsorgt werden müssen. Insbesondere die starke Haftung an Metalloberflächen während thermischer Prozesse verhindert eine wirtschaftliche Weiterverarbeitung. Bisherige Rückführungsverfahren sind entweder nur für bestimmte Pulverlacksysteme geeignet oder führen zu Anbackungen und Geräteverschleiß. Die Erfindung schließt diese Lücke durch chemische Inaktivierung der haftungsvermittelnden Gruppen.

Technische Beschreibung

Das Verfahren umfasst die Bereitstellung lösungsmittelfreier Pulverlackabfälle, z.B. von duro-plastischen Systemen wie Epoxid-, Polyester- oder Hybridpulverlacke. Diese werden mit einem anionischen Tenside als Reaktanden vermischt, wie z.B. gesättigte Fettsäuren oder PEGs.

Die funktionellen Gruppen werden durch chemische Reaktionen wie Veresterung, Ringöffnung, Amid-bildung oder saure Hydrolyse inaktiviert. Das anschließende Erhitzen des Reaktand-Pulverlack-Gemisches (≥ 60 °C) führt zur Aktivierung der Reaktionen und Sicherstellung der Haftungsfreiheit. Pilotversuche in Extrusion, Spritzguss und 3D-Druck wurden mit industriellen Parameter erfolgreich durchgeführt und die Funktionsfähigkeit in verschiedenen Polymermatrizes (z. B. PE, PP) konnte nachgewiesen werden.

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Ina Krüger

Technologietransfermanagerin

+49 (0)30 314-75916
ina.krueger@tu-berlin.de

Technischer Reifegrad
TRL 6

Prototyp in Einsatzumgebung

Schutzrechte

in Anmeldung: AU
erteilt: CN, DE, FR, GB, US

Patentinhaber

Technische Universität Berlin

Möglichkeiten der Zusammenarbeit
  • F&E Kooperation
  • Lizenzierung
  • Patentkauf